Comics können aus sehr unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Einige sehen sie als literarische Gattung, andere als Massenmedium, wieder andere als Kunstform (in Frankreich, wo Comic la bande dessinée, BD heißt, spricht man bekanntlich von der ‚neunten Kunst‘). In ihrer semiotischen Funktionsgemeinschaft von Sprache und Bild sind sie sowohl hinsichtlich ihrer erzählerischen Potenzen als auch ihrer ästhetischen Wirkungen unverwechselbar. In ihnen wird Bedeutung durch eine Vielfalt an Kommunikationsebenen und verbalen Gestaltungselementen (Erzählertext, mündliche Rede in Sprechblasen, Inserttexte, Soundwords u.a.) zum Ausdruck gebracht. Der Vortrag beginnt mit einem kurzen Überblick über die Geschichte des Comics, wird danach das Zusammenwirken zwischen der visuellen und verbalen Ausdrucksebene näher beleuchten und betrachtet abschließend die Leistungen des Comics unter zwei ganz speziellen Aspekten. Das sind die Dokumentation von Zeitgeschehen durch vielfältige Möglichkeiten der Bezugnahme auf sprachliche und außersprachliche Realität und die Vermittlung von Einblicken in Sprachwandelphänomene.

Sabine Fiedler ist Sprachwissenschaftlerin am Institut für Anglistik der Universität Leipzig. Sie promovierte 1986 auf dem Gebiet der englischen Fachsprachenforschung und habilitierte sich 1999 in Allgemeiner Sprachwissenschaft (in Interlinguistik) mit einer Arbeit zur Phraseologie in Plansprachen (insbes. Esperanto). Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Phraseologie, Interlinguistik/Esperantologie, Sprachenpolitik, Lingua-franca-Kommunikation und Comics. Seit 2011 ist sie Vorsitzende der Gesellschaft für Interlinguistik e.V.

Veranstaltungsort ist der große obere Saal im Kulturladen St. Georg, Alexanderstraße 16, 20099 Hamburg. Eintritt 5 Euro bzw. 3 Euro (reduziert).

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