
„Um das Urteil der Welt ist mir nicht bange.“ – Zenzl Mühsams Selbstbehauptung.
Mit diesen Worten wehrt sich Kreszentia Mühsam, genannt Zenzl, in einem offenen Brief an den NS-Minister Frick gegen die Verleumdungen ihres Mannes Erich.
Zenzl hatte 1934, nach Erich Mühsams Ermordung im KZ Oranienburg, die kleine Schrift „Der Leidensweg Erich Mühsams“ verfasst.
Das Büchlein erschien 1935 in Paris, als Zenzl über Prag nach Moskau flieht. Vor 90 Jahren, am 23. April 1936, wird sie das erste Mal vom NKWD (Innenministerium UdSSR) verhaftet.
Das sie rund 20 Jahre in Gefängnissen und Lagern der Sowjetunion verbrachte und überlebte, lag auch an ihrem Einsatz für die Schriften ihres Mannes.
Niemals sollte der Sprengstoff seiner Schriften wirken – auch nicht in der DDR, in die sie 1955 übersiedelte und wo sie 1962 starb.
Zenzl verdanken wir die Rettung des schriftlichen Dynamits von Erich Mühsam.
An diesem Abend wollen wir mit Lesung, Illustration und Musik an die Lebens- und Liebesgemeinschaft zweier Anarchist*innen erinnern – verfolgt von Nationalsozialist*innen und, im Fall von Zenzl, auch von Stalinist*innen.
Donnerstag, 19.11.2026 | 19:30 Uhr
Eintritt Spende
La Cumpaneia:
Wiebke Johannsen | Wort
Dr. Birgit Kiupel | Bild
Melanie Mehring | Musik
Arnika Kuff | Gesang und Akkordeon
Diese Abend findet in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung statt